Geschichte

Kantorschule um 1900, Dorfkinder beim Ziegenhüten. Links neben dem hockenden Mädchen die Tür zum Ziegenstall

Das Fachwerkgebäude wurde ab 1746 als Pfarrhaus für den Kapitel- und Stiftsprediger genutzt. Nachdem der letzte Stiftsprediger Anton Helle im Jahr 1805 als Pastor nach Dielingen berufen worden war, stand das Haus ein paar Jahre lang leer.
Im Jahr 1810 erhielt es der örtliche „Schulmeister“, für den hier eine Wohnung und ein Unterrichtsraum eingerichtet wurden. Da er als Kantor für das liturgische Singen im Gottesdienst zuständig war, ist das Gebäude als „Kantorschule“ bekannt. Hier fand bis 1901 der Konfirmandenunterricht statt. Bis 1951, als ein neues Schulgebäude an anderer Stelle errichtet wurde, wurde das Haus als Volksschule genutzt. Den älteren Leveranern ist sie noch gut als „Reuffer-Schule“, benannt nach dem Lehrer Reuffer, in Erinnerung. Danach wurde das Gebäude als Schwesternwohnung und Gemeindehaus genutzt, ab 1959 privat als Wohnung.

Kantorschule im Winter 1902 vom Schulgarten aus. Links die 4 großen Fenster des Schulraums

Kantorschule im Winter 1902 vom Schulgarten aus. Links die 4 großen Fenster des Schulraums

Die jetzigen Eigentümer kauften das Gebäude 2014 und entdeckten noch einige Elemente aus der alten Schulzeit. So reifte der Entschluss, den alten Schulraum wieder freizulegen und als Gastraum der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Immer wieder kommen ältere Gäste ins Eiscafé, die hier vor über 60 (!) Jahren selbst zur Schule gegangen sind. Sie erinnern sich noch, wo sie gesessen haben, und erzählen spannende Geschichten vom Schulofen, Schulgarten und vom Rohrstock des Lehrers.

Skizze des Architekten